Wie läuft die Behandlung ab?
Was passiert bei der Behandlung?
Bei der Therapie werden 4 verschiedene Medikamente kombiniert. Eines dieser Medikamente ist ein sogenannter CD38-Antikörper. Als CD38-Antikörper stehen 2 verschiedene Medikamente zur Verfügung. Sie heißen Daratumumab und Isatuximab. Sie erhalten eines dieser beiden Medikamente. Der Antikörper wird üblicherweise mit den Medikamenten Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason kombiniert.
Die Behandlung beginnt mit einer sogenannten Induktionsphase über mehrere Zyklen. Daran schließt sich eine sogenannte Erhaltungsphase an, bei der das Bortezomib in der Regel entfällt.
CD38-Antikörper (Daratumumab oder Isatuximab, kurz Dara oder Isa)
Sie erhalten den CD38-Antikörper in einer Klinik oder Praxis als Infusion in eine Vene. Die Infusion erfolgt langsam und kann mehrere Stunden dauern. Daratumumab gibt es heutzutage auch als Injektionslösung, die Ihnen mit einer Spritze unter die Haut gegeben wird. Auch dafür gehen Sie in eine Klinik oder Praxis. Zu Beginn der Behandlung erhalten Sie den Antikörper wöchentlich. Die Abstände verlängern sich im Verlauf der Behandlung auf mehrere Wochen. Der Antikörper bleibt in der Regel auch in der Erhaltungsphase Bestandteil der Behandlung.
Das körpereigene Immunsystem nutzt normalerweise Antikörper, um Erreger wie Bakterien oder Viren zu erkennen. Die Antikörper heften sich an die Erreger, um sie zu markieren. Abwehrzellen erkennen diese Markierung und greifen die Erreger an. Dieses Prinzip macht man sich bei der Antikörpertherapie zunutze. Der CD38-Antikörper heftet sich an ein bestimmtes Eiweiß (CD38), das auf der Oberfläche von MyelomzellenMyelomzellen sind Krebszellen. Sie entstehen, wenn sich Plasmazellen verändern und unkontrolliert vermehren. zahlreich vorhanden ist. Dadurch werden eine ganze Reihe von Mechanismen aktiviert, die zum Absterben der Myelomzellen führen.
Bortezomib (kurz V)
Bortezomib ist ein sogenannter Proteasom-Inhibitor. Meistens wird das Medikament in einer Klinik oder Praxis 1-mal pro Woche als Injektion unter die Haut gespritzt. Bortezomib ist in der Regel nur in der Induktionsphase enthalten und entfällt in der Erhaltungsphase.
Der Wirkstoff hemmt (inhibiert) das sogenannte Proteasom. Das Proteasom ist in Körperzellen dafür zuständig, Eiweiße zu entfernen, die nicht mehr benötigt werden oder defekt sind. MyelomzellenMyelomzellen sind Krebszellen. Sie entstehen, wenn sich Plasmazellen verändern und unkontrolliert vermehren. bilden außergewöhnlich viele Eiweiße. Deshalb ist das Proteasom von Myelomzellen besonders gefordert. Wird es gehemmt und kommt mit dem Abbau überschüssiger Eiweiße nicht hinterher, sterben die Myelomzellen ab.
Lenalidomid (kurz R)
Lenalidomid ist ein sogenannter Immun-Modulator. Sie nehmen das Medikament als Kapsel zu Hause ein. Bei der Behandlung gibt es Wochen, in denen Sie das Medikament täglich einnehmen.
Der Wirkstoff hemmt das Wachstum der MyelomzellenMyelomzellen sind Krebszellen. Sie entstehen, wenn sich Plasmazellen verändern und unkontrolliert vermehren.. Zusätzlich wird die körpereigene Immunabwehr angeregt, Myelomzellen anzugreifen.
Dexamethason (kurz d)
Dexamethason ist ein GlukokortikoidGlukokortikoide sind Wirkstoffe, die entzündungshemmend wirken, die körpereigene Immunabwehr unterdrücken und den Stoffwechsel beeinflussen. Der Begriff Kortison wird umgangssprachlich häufig für alle Wirkstoffe aus dieser Medikamentengruppe verwendet. Glukokortikoide kommen auch natürlicherweise im Körper als Hormon vor. Dazu gehört etwa das Kortisol. (auch Kortison genannt). Es wird meist als Tablette angewendet. Bei der Behandlung gibt es Wochen, in denen Sie die Tablette mehrmals pro Woche zu Hause einnehmen. Manchmal wird das Medikament auch als Infusion in eine Vene in einer Ambulanz oder Praxis verabreicht.
Dexamethason wirkt entzündungshemmend und hindert die MyelomzellenMyelomzellen sind Krebszellen. Sie entstehen, wenn sich Plasmazellen verändern und unkontrolliert vermehren. am Wachstum. Außerdem unterstützt es die Wirkung der anderen Medikamente.
Die Therapie wird kurz auch DaraVRd oder IsaVRd genannt und ist im Folgenden zusammenfassend dargestellt:
Manchmal werden bei der 4-fach-Therapie auch andere Medikamente kombiniert. Gründe dafür können beispielsweise Begleiterkrankungen sein. Die möglichen Kombinationen sind:
Daratumumab, Bortezomib, Melphalan und Prednison (kurz DaraVMP)
Daratumumab, Bortezomib, Cyclophosphamid und Dexamethason (kurz DaraVCd)
Cyclophosphamid und Melphalan sind Zytostatika. Sie hemmen die Zellteilung und sollen die Vermehrung der Myelomzellen herabsetzen. Die Medikamente werden meist zu Hause als Tablette eingenommen. Manchmal werden sie auch als Infusion in eine Vene in einer Klinik oder Praxis verabreicht. Cyclophosphamid oder Melphalan erhalten Sie nur in der Induktionsphase. In der Erhaltungsphase entfallen sie.
Prednison zählt zu den GlukokortikoidenGlukokortikoide sind Wirkstoffe, die entzündungshemmend wirken, die körpereigene Immunabwehr unterdrücken und den Stoffwechsel beeinflussen. Der Begriff Kortison wird umgangssprachlich häufig für alle Wirkstoffe aus dieser Medikamentengruppe verwendet. Glukokortikoide kommen auch natürlicherweise im Körper als Hormon vor. Dazu gehört etwa das Kortisol. (auch Kortison genannt). Wie Dexamethason wird es meist als Tablette angewendet. Manchmal wird das Medikament auch als Infusion in eine Vene in einer Ambulanz oder Praxis verabreicht.
Wie lange dauert die Behandlung?
Wie lange die Induktionsphase bei Ihrer Behandlung dauert, wird im Therapieplan für Sie individuell festgelegt. Je nach Kombination erstreckt sie sich über ein halbes Jahr oder länger.
Daran schließt sich die Erhaltungsphase an. Solange die Behandlung wirkt und Sie sie gut vertragen, wird sie dauerhaft fortgeführt.
Sollte die Behandlung nicht oder nicht mehr ausreichend wirken, gibt es weitere Behandlungsmöglichkeiten.
Kann ich die Behandlung abbrechen oder wechseln?
Grundsätzlich haben Sie die Möglichkeit, die Behandlung abzubrechen oder auf eine weniger intensive Therapie zu wechseln. Sie sollten Ihre Medikamente aber nicht eigenständig absetzen. Wenn Sie Ihre Behandlung beenden oder umstellen möchten, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über Ihre Bedenken und Wünsche. Gemeinsam können Sie dann die weiteren Möglichkeiten besprechen.
Sollten Sie ein Medikament sehr schlecht vertragen, besteht zum Beispiel die Möglichkeit, dass die Dosis verringert oder das Medikament weggelassen wird.
Info und Disclaimer
Die Entscheidungshilfe soll das persönliche Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt nicht ersetzen. Sie unterstützt Sie aber bei der Vorbereitung auf das ärztliche Gespräch. Trotz größter Sorgfalt bei der Erstellung können wir jedoch nicht ausschließen, dass sie Fehler enthält. Weitere Informationen finden Sie hier.